Samstag, 18. August 2012

In der Heimat des Lonesome George – Las Islas Galápagos

Hallo! Hier meldet sich einmal Kanne auf diesem Blog. Ich (traurigerweise ohne Franzi) habe die letzten vier Tage auf den Galapagosinseln verbracht und möchte auf diesem Wege ein paar Eindrücke mit euch teilen.

Begrüßung durch maritimen Leguan
Es gibt mehrere hundert Inseln, die zu den Galapagosinseln zählen und nur wenige sind für Touristen zugänglich – zum Glück! Am meisten sieht man, wenn man mit einem Boot oder Katamaran von Insel zu Insel fährt. Man sollte allerdings möglichst seetüchtig sein, da es gelegentlich durchaus hohe Wellen zu verkraften gilt. 

Seelöwe mit "meinem" Katamaran im Hintergrund

Blick auf die Brücke - Wo ist der Kapitän???
Der Charme der Inseln ist überwältigend. Man läuft auf vorgegebenen Wegen entlang an Leguanen, Riesenschildkröten, Darwin-Finken und vor allem aber sehr vielen Seelöwen! Die Kamera gezückt, muss man sich allerdings ein wenig beeilen, da der Guide ein recht schnelles Tempo vorlegt und einem möglichst viel zeigen und erklären will. Da schlagen die Biologenherzen schneller!
Landleguan auf der Insel Santa Fe

Smile and be nice to the tourists!
Dieser Leguan ist normal im Wasser unterwegs!

Welch ein Ausblick! Die Kakteen sind riesig!
Möwen gibt es hier natürlich auch
Neben den Darwin-Finken, die sich innerhalb von fünf Jahren immer wieder neu an ihre Umgebung anpassen, war der sogenannte Lonesome George (El solitario Jorge) der berühmteste Bewohner der Galapagos-Inseln. George war eine Riesenschildkröte und von dieser speziellen Gattung der letzte seiner Art. Leider war er unfruchtbar und konnte nicht für Nachkommen sorgen. Am 24.Juni 2012 (mein Geburtstag) starb er in der Charles Darwin-Station auf der Inseln Santa Cruz, also leider nicht in der freien Natur, sondern eingesperrt. Der gute alte George muss über 100 Jahre alt gewesen sein! Rest in peace!
Gedenktafel in der Charles-Darwin-Station auf Santa Cruz
Eine Riesenschildkröte auf der Insel Florena
Die Reise zu den Galapagos-Inseln hat sich gelohnt. Dies lag einerseits an der tollen Umgebung, aber auch an unserem super Guide. Außerdem war es eine lustige Gruppe mit Leuten aus der ganzen Welt, was einfach genial war! Ein absolutes Highlight ist übrigens auch das Schnorcheln gewesen, da ich ganz entspannt mit Wasserschildkröten schwimmen konnte und den neugierigen Seelöwen unter Wasser begegnet bin.
Franzi wird euch im Dezember sicher auch noch einmal von den Inseln berichten..vielleicht hat sie dann auch das Glück auf Haie zu treffen beim Schnorcheln (die sind natürlich ganz harmlos auf Galapagos).

Montag, 13. August 2012

"Mindo es lindo"

Nachdem nicht nur wir langes Wochenende haben, sondern ganz Ecuador, verschieben wir Strand und Whale Watching auf eines der anderen Wochenenden, an denen Kanne da ist. Und wie ich jetzt im Nachhinein gehört habe, war das sehr gut so, denn der Strand war mehr als überfüllt. Mangels freier Hotelzimmer, haben wohl viele in Autos und unter freiem Himmel übernachtet. Verrückte Ecuadorianer :-)
Stattdessen verbringen wir ein schönes, entspanntes Wochenende in Mindo (2000m ü.NN). "Mindo es lindo" (zu dt. "Mindo ist schön"), wie der Ecuadorianer zu sagen pflegt. Mindo liegt ca. 2 Auto-Stunden nord-östlich von Quito im Nebelwald. Die Vegetation ist üppig, die Temperaturen etwas wärmer als in Quito und es gibt Orchideen und Schmetterlinge. Von den 400 Vogelarten sehen wir aber nur 2-3, denn Vögel haben leider die Angewohnheit sich immer in den Bäumen zu verstecken, wenn wir kommen.

Die Einwohner von Mindo sind sehr freundlich und hilfsbereit. Beispielsweise dürfen wir unserem Hostelbesitzer den Preis für das Zimmer nennen. Entweder er wusste wirklich nicht, für wieviel wir reserviert hatten, oder ihm war es egal. Ich vermute letzteres, denn er möchte eh lieber Rock-Musiker sein. 
Außer dem Jacuzzi und den Hängematten im Hotel besichtigen wir in einem 15 km Marsch die Wasserfälle von Mindo. 
Wasserfall im Nebelwald von Mindo.
Wasserfall "Nambillo": Hier kann man Sprünge aus 7m Höhe wagen. Aber leider ist uns das Wasser zu kalt zum Baden.
Kanne hat Pflanzen entdeckt, die sie mit ihren Schulkindern im Biologieunterricht durch genommen hat.
In der Besichtigung des Naturreservats ist eine abenteuerliche Fahrt in der Seilbahn "Tarabita" inklusive. Die Aufhängung der Seilbahn lässt zu Wünschen übrig, und wir überlegen zweimal, ehe wir einsteigen. Die Seilbahn rast in einem Affen-Tempo über die Wipfel der Bäume. Betrieben wird sie durch einen gewöhnlichen LKW-Motor. Es sitzt jemand im Häuschen der kuppelt, schaltet, Gas gibt und bremst. Sehr vertrauenserweckend...
Der Seilbahnführer Tarzan
Kanne und Franzi in der klapprigen Gondel vor der "Todesfahrt".
Seilbahnmotor
Zurück ins Dorf geht es dann stehend auf der Ladefläche eines Jeeps. Diese Fahrt ist wohl noch gefährlicher als die Seilbahnfahrt, aber Kanne hat Spaß :-)

Kanne und Franzi auf dem Jeep.

Den Sonntag verbringen wir Größtenteils mit Essen und in der Hängematte. 
Hier gibt es leckeres, traditionelles Mittagessen: Hühnchen, Yuca, Salat, Kartoffeln, Bohnen, Mais und Reis für $2,50.
Kanne in der Hängematte. Darauf hat sie sich schon seit Monaten gefreut.
Und wir verabschieden uns von unserem Lieblingscafé in Mindo "Chocolarte", wo wir unsere Nachmittage verbracht haben. Wie der Name schon sagt, gibt es hier Schokolade in allen Varianten. Unser Favorit: Batido del Chocolarte (Milch-Bananen-Schokoladen-Shake). 
Hippie-Café "Chocolarte". LECKER!
Zu guter letzt mache ich nach so viel Hippie- und Backpackerszene noch einen Schritt zurück in meine Vergangenheit (ca. 17 Jahre) und kaufe mir ein geknüpftes Armbändchen. Jetzt bin ich endlich auch ein richtiger Backpacker :-)
Wir schwelgen noch ein bisschen in Erinnerungen an die Schulzeit und nehmen dann den Bus zurück nach Quito.

Mittwoch, 8. August 2012

Besuch aus Deutschland

Ja, einer meiner Freunde hat sich nach Südamerika gewagt, um mich zu besuchen. Kathrin ist gut angekommen! Und natürlich habe ich ihr zuerst die kolumbianische Kaffeekultur näher gebracht. Juhu, Juan Valdez Kaffee gibt es auch in Quito!
Kathrin im Juan Valdez Cafe in Mariscal, Quito.
Ansonsten haben wir bzw. ich noch nicht viel gemacht. Ich habe jeden Tag Sprachkurs, so dass die Zeit für Besichtigungen knapp ist. Aber es steht ein langes Wochenende bevor. Mal sehn, was uns Ecuador so zu bieten hat. Ihr (und wir) dürft gespannt sein :-)

Samstag, 4. August 2012

Gut angekommen

Nachdem in Peru wiedererwartend nichts mehr schiefgegangen ist, bin ich pünktlich in Quito, Ecuador, angekommen. Meine Gastfamilie hat mich sehr nett empfangen und ich freue mich darauf in den nächsten Monaten hier zu wohnen und zu arbeiten.
Für Jochen endet die Südamerika-Reise in Lima. Morgen wird er den Flug von Lima nach Frankfurt nehmen und dort am Montag Abend landen.

Jetzt aber schnell ins Bett, denn sonntags gibts hier um 8 Uhr Frühstück!


Lima

Leider bleibt uns durch den verpassten Flug nur ein Tag in Lima. Ein bisschen wenig für eine 10 Millionen Einwohnerstadt, aber einen ersten Eindruck konnten wir gewinnen. 
Die Stadt wird oft als grau und Smog belastet beschrieben. Die erhöhte Diebstahlgefahr, vor der überall gewarnt wird, trägt nicht zu einem positiven Bild bei und viele Reisende sehen von Lima nur den Flughafen. Daher sind wir positiv überrascht, als wir uns die Stadt anschauen. Lima ist eigentlich ganz nett :-) Nur konnten wir in der ganzen Innenstadt kein Cafe finden. Noch nicht mal Starbucks!

Unser Hostel ist im Stadtteil Miraflores, einer der nobleren Stadtteile. Hier wohnen die Schönen und Reichen von Lima und es gibt eine Ausgehmeile und einen Tennisclub. Da wir keine Ahnung von den Ausmaßen der Stadt haben, gehen wir naiv davon aus, dass ein Taxi nicht so viel kosten kann. Als der Taxifahrer uns die Fahrt für 25 Euro vom Flughafen nach Miraflores anbietet fällt uns erst mal die Kinnlade runter. Das ist wahnsinnig teuer! Da wir mittlerweile gelernt haben, das Touristen immer das doppelte zahlen, fangen wir an zu handeln. Und tatsächlich: Wir kriegen die Fahrt für 12 Euro! Wie wir später erfahren, haben wir mit diesem Preis nur ein bisschen mehr gezahlt als die Einheimischen. Gut gepokert :-)
Miraflores könnte auch Stadtteil einer amerikanischen Stadt sein. Es ist alles super sauber, die Häuser scheinen recht neu zu sein. Wie um diese Jahreszeit üblich, ist es bewölkt, aber nicht sehr kalt (um die 20 Grad). Die Strände der Pazifikküste sind in Gehweite zu unserem Hostel.

Aussichtspunkt von Miraflores an der Steilküste des Pazifiks 
Miraflores 
Hier kommt man nur mit viel Glück oder wenn man ganz fest die Daumen drückt lebend wieder heraus. 
Lima besteht aus vielen Stadtteilen. Da wir nur einen Tag Zeit haben, entscheiden wir uns die Altstadt - das ursprüngliche Lima - anzuschauen. Mit dem Colectivo dauert es ca. 30-40 min von Miraflores dorthin. Wieder gibt es ziemlich viele Prunkbauten im Kolonialstil. Der Markt und die kleineren Straßen drum herum sind aber typisch südamerikanisch.
Präsidentenpalast an der Plaza Mayor.
Kleine, bunte Häuser am Hausberg von Lima.
Für die Saarbrücker: Stadtmitte am Fluss - hier wird schon fleißig gebaut.
Zweiter zentraler Platz: Plaza San Martin. Der Platz besticht durch seine Größe. 
Plaza Grau: Auch hier ein weitläufiges Gelände.
Diese Polizistin regelt den Verkehr: Ihre Message auf der Inca-Cola-Tonne: "Respektiere das rote Licht".
Und das wars auch schon mit dem unbeschwerten Reiseleben. Nun heißt es für Jochen die Rückreise nach Deutschland anzutreten und ich beginne mein Volontariat in Quito, Ecuador.

Donnerstag, 2. August 2012

Flug verpasst

Kaum zurück in Peru, schon möchten wir das Land am liebsten wieder verlassen. Die Leute sind einfach verpeilt hier! Pünktlich um 6.30 waren wir am Flughafen. Leider hat es die Airline nicht geschafft, allen Passagieren für das Flugzeug nach Lima rechtzeitig eine Bordkarte auszustellen. Unglaublich LANGSAM! Unsere Koffer haben es noch ins Flugzeug geschafft, wir leider nicht mehr (obwohl die Sicherheitskontrolle nur 5 min gedauert hat)... Jetzt warten unsere Koffer hoffentlich in Lima auf uns, bis wir heute Abend (hoffentlich) landen.

Mittwoch, 1. August 2012

Puente Bolognesi über den Rio Chili

Nein, wir sind noch nicht dem Hungertod nahe und haben Wahnvorstellungen: Die Brücke und der Fluss heißen hier in Arequipa wirklich so!
Wir sind wieder gut in Peru angekommen und genießen die Wärme auf 2300m ü.NN. Tagsüber endlich wieder T-Shirt Wetter und nachts kann man sich auch ohne Frieren (aber mit Jacke) draußen bewegen. Unser Hostel "Flying Dog" ist wunderbar. Ein alter Kolonialbau mit bequemen Betten und süßen Katzenbabies.
Innenhof des Hostels
Katzenbabies
Trotz der vielen aktiven Vulkane (10 Stück!) im näheren Umfeld von Arequipa (und daher auch immer wieder Erdbeben), ist die Stadt in einwandfreiem Zustand. Keine Baustellen oder Bruchbuden, die wir von den anderen Städten in Südamerika gewöhnt waren. Alles erstrahlt in einem "westlichen" Glanz. Es gibt so gar eine Mall im amerikanischen Stil mit Burger King, KFC, Mc Donalds... Der Jr.Whopper schmeckt wie überall :-)
Kathedrale an der Plaza de Armas
Arequipa ist anlässlich des Unabhängigkeitstages noch festlich mit den Farben Perus geschmückt.
Blick vom Aussichtspunkt der Stadt auf den aktiven Vulkan Misti.
Blick von der Puente Bolognesi auf den Rio Chili und das Chachani-Massiv.
Um uns von den Strapazen des Reisens und der Kälte in den Bergen zu erholen, haben wir uns wenig vorgenommen für die 3 Tage hier. Zum Pflichtprogramm gehört u.a. das Kloster "Santa Catalina". Es gehört zum Weltkulturerbe und beeindruckt durch seine Größe und dass es so gut erhalten ist. Wie wir es von Peru gewöhnt sind, ist der Eintritt teuer, aber es hat sich gelohnt.
Kreuzgang im Kloster "Santa Catalina"
Das Kloster ist wie eine kleines Dorf im Zentrum Arequipas. Es gibt 6 Straßen. Hier die Calle Cordoba. 
Von dieser Straße ist der Blick auf das Chachani-Massiv wunderschön.
Weiterer Innenhof mit Kreuzgang.
In dem dörflich angelegten Kloster, dass mit hohen Mauern von der Außenwelt abgeschottet ist, hatten bis zu 150 Nonnen Platz. Anfangs lebten die Nonnen hier in Saus und Braus, da die Nonnen die zweitgeborenen Töchter der reichsten Spanier in Arequipa waren. Jede Nonne hatte eine kleine Dienerschaft. Irgendwann hat der Papst diesem Treiben Einhalt geboten und 400 Jahre lang hat man nichts mehr vom Innern des Klosters gehört (-> Schweigekloster). Als Strom und Wasser installiert werden sollten und das Kloster kein Geld dazu hatte, wurde das Kloster für die Öffentlichkeit als Museum geöffnet.

Vollmond in Arequipa
Und hier noch ein Bild für alle Eier-Liebhaber wie Jochen: Die Eier-Agentur am Grenzübergang Peru-Bolivien.
Die Eieragentur.